Bleiben traditionelle Videotheken bestehen?

Mit den Online-Videotheken haben wir uns ja gerade erst eingehend beschäftigt. Doch was ist eigentlich mit dem traditionellen Filmverleih? Kann er auf lange Sicht ebenfalls weiter bestehen? Das ist eine berechtigte und äußerst spannende Frage, bei deren Klärung wir feststellen mussten, dass es momentan noch große regionale Unterschiede zwischen Deutschland und anderen Ländern gibt. Wie es also um die Zukunft der Videotheken bestellt ist, verraten wir hier.

Eine sterbende Tradition

In den deutschen Großstädten gehören sie noch immer zum gewohnten Stadtbild – Verleih-Videotheken mit Postern in ihren Schaufenstern, mit DVDs und Blu-rays in endlosen Regalen und Grabbelkisten mit gebrauchten Filmen auf VHS und DVD. Läden, in denen ausschließlich DVDs verkauft wurden, konnten sich innerhalb der letzten Dekade nicht sehr lange halten, da die Gewinnspanne dieses Mediums einfach zu gering war und noch immer ist. Die diversen Videoverleih-Franchise-Ketten konnten sich in Deutschland aber stets behaupten.

Ganz anders sieht die Sache in Amerika aus: Die Videotheken verschwanden in den letzten Jahren zusehends aus den Städten. Ausgerechnet in dem Land, in dem es eigentlich ja zum Volksport gehört, sich an verregneten Wochenenden unter Freunden oder in der Familie einen Film anzusehen, sterben im Augenblick überraschenderweise die Videotheken. Der Videokatalog im Internet und diverse Anbieter von Streaming-Seiten scheinen den traditionellen Filmverleihern gerade den Todesstoß zu versetzen. Ein repräsentatives Beispiel für die derzeitige Situation ist wohl die Kette „Hollywood Video“, die 1.000 ihrer 2.700 Filialen schließen musste und bereits damit begonnen hat, seine gesamten Bestände zu verkaufen. Der verzweifelte Versuch, ein letztes Umsatzplus einzufahren, bewirkt momentan, dass in vielen Filialen bereits DVDs und PS3-Spiele zu Niedrigpreisen zwischen 2 und 5 US-Dollar angeboten werden. Dieser radikale Schritt ist natürlich für alle Beteiligten – allen voran die Angestellten – unangenehm und schmerzlich, doch wenn man ehrlich ist, muss man sich eingestehen, dass es sich dabei nur um einen weiteren, logischen Schritt handelt, der den Weg zum endgültigen Niedergang der Branche beschreibt.

Jetzt fragt man sich natürlich, ob es auch hierzulande soweit kommen kann. Eigentlich scheint ein vergleichbares Szenario für die nähere Zukunft doch eher ausgeschlossen, findet man die Videotheken an lauen Wochenenden doch meist in einem regen Betrieb vor. Doch täuscht dieses Bild vielleicht?

Erwartet auch uns das Ende der Videotheken?

Um es kurz zu machen: Ja! Sobald die Filme hierzulande zu vernünftigen Preisen angeboten werden, wird auch in Deutschland das große Videothekensterben beginnen. Sowohl der klassische Filmverleih als auch das Fernsehen werden eines Tages vermutlich komplett durch das Internet verdrängt werden. Vielleicht klicken wir uns in Zukunft nur noch auf der Domain http://www.fernsehen.de/ durch das Senderprogramm – das ist aus nostalgischen Gründen vielleicht auch ein wenig traurig, aber wohl nicht zu vermeiden.

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